Brief einer Hörgeschädigten

"Ich bin hörgeschädigt und trage Hörgeräte:ohne Hörgeräte bin ich taub. Ich ingnoriere euch nicht, bin nicht arrogant, sondern habe euch nicht gehört. Tickt mich einfach an. Mein Fehler in der Vergangenheit war, mich einfach zurück zu ziehen und meine Gefühle einfach herunter zu schlucken, statt euch zu sagen, dass ich eure Hilfe brauche oder euch einfach frage. Ich fühle mich unter euch oft sehr einsam, das finde ich schade, denn ihr seid so tolle Kollegen. Wenn die Umgebung laut und hektisch ist oder ihr alle durcheinander sprecht, kann ich nicht verstehen, 1:1 ist prima ! Leider kann ich nicht gleichzeitig arbeiten und mich nebenbei mit euch unterhalten. Dabei würde ich so gern mit euch mit reden und lachen können! - Ich freue mich, wenn ihr mal auf mich zu kommt oder mal einfache Handzeichen benutzt. - Ich weiß, es ist für euch nicht einfach mit mir als Hörgeschädigter, auch für mich ist es nicht einfach.

Bitte! Kommuniziert auch mit mir!"

 

Diesen Brief, der sehr einfühlsam und vorwurfslos die Problematik darstellt, allein unter Hörenden zu arbeiten, stellte mir eine Klientin freundlicherweise zur Veröffentlichung zur Verfügung.

 

HERZLICHEN DANK!